292-04/2016- Bergwiesenmahdwettbewerb 2016

Bergwiesenmahdwettbewerb 2016

Projektbericht des Zuwendungsempfängers

2016 fand der Bergwiesen Mahdwettbewerb zum 15. Mal statt und hat sich somit als regionale Veranstaltung mit seinem traditionellen Hintergrund etabliert.
Im Rahmen dieses Wettbewerbs treten Mäher mit der Sense gegeneinander an. Es wird ausschließlich die Qualität der gemähten Parzellen bewertet. Hierbei ist es besonders wichtig, dass ein gleichmäßiges Schnittbild um die 2-3cm Höhe entsteht und das gemähte Gras sauber und akkurat auf Schwad gelegt wird.
Ursprünglich fand ein jährlicher Standortwechsel der Mahd- und somit auch der Veranstaltungsfläche im Gebiet des Thüringer Waldes statt. Aufgrund der damit verbundenen organisatorischen Mehraufwendungen wurde sich seit 2014 für einen Veranstaltungsort in räumlicher Nähe zu Friedrichshöhe entschieden. Die Veranstaltungsfläche "Trautvetterwiese" im Ort Scheibe-Alsbach bietet mit ca. 1,5ha nutzbarer Mahdfläche ideale Voraussetzungen für den Wettbewerb und sie weist ein sehr hohes Artenspektrum als Bergwiese auf. Zudem ist diese infrastrukturell gut angebunden, sodass auch genügend Parkmöglichkeit und kurze Fußwege für die Teilnehmer realisiert werden können

Mit der Veranstaltung soll auf die artenreichen Bergmähwiesen aufmerksam gemacht und eine Bewahrung dieser im Rahmen der traditionellen Nutzung befördert werden. Hierbei steht besonders die Förderung der naturschutzfachlich wichtigen Mahd gegenüber anderen Nutzungsarten im Vordergrund. Im Allgemeinen gilt es die Wichtigkeit einer Nutzung, im Gegensatz zur Nutzungsauflassung der Flächen sowie deren Folgen, dem Menschen gegenüber zu verdeutlichen.
Deshalb richtet sich die Veranstaltung nicht nur an Landeigentümer und Flächennutzer, sondern auch an Interessierte und Einheimische. Aufgrund der Überalterung im ländlichen Raum fordern wir mit dem Wettbewerb zudem auch gezielt die junge Generation zur Teilnehme mit einer eigenen Wertungskategorie zur Teilnahme auf.

Die Veranstaltung wird in enger Kooperation mit dem Naturpark Thüringer Wald e.V. und dem Deutschen Grünlandverband e.V. geplant und umgesetzt. Mit dem Flächeneigentümer, der Vattenfall Europe Generation AG, wurden Absprachen zur Genehmigung der Veranstaltung geführt. Mit dem Pächter und somit dem
Flächenbewirtschafter, der Firma Heu-Heinrich, verlief die Abstimmung hinsichtlich der Vor- und Nachbereitung sowie der damit verbundenen Verwertung des Mahdgutes. Terminlich wurde der Mahdwettbewerb an das traditionelle Bergwiesenfest, welches ca. 1,5km entfernt stattfand, gekoppelt.
Der Naturpark Thüringer Wald lieferte vor allem personelle Unterstützung in der Vorbereitung, während der Veranstaltung sowie in der Nachbereitung.Die Firma Heu Heinrich unterstützte den LPV Thüringer Wald in der Vorbereitung mit unterschiedlichen Mähmaschinen und übernahm die abschließende Flächennachbereitung durch Mahd und Beräumung. Nach dem Wettbewerb konnte die festlich hergerichtete Lagerhalle des Bergwiesenfestes (mit Bühne) zur Siegerehrung genutzt werden.

Im Vorlauf der Veranstaltung wurde mittels Plakaten und Flyern geworben. Diese wurden regional und überregional an Schlüsselpositionen (Bäcker, Kaufhallen, Cafés, Veranstaltungsräume, Kneipen) verteilt um ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Es wurden zielgerichtet Briefe an ehemalige Teilnehmer und mögliche
Interessenten (200 Stück) verschickt um diese wieder auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen. Darüber hinaus wurden diese angehalten, als Werbe-Multiplikatoren aufzutreten. Zusätzlich wurde auf den üblichen Onlinemedien auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht (Website, Facebook). In Ergänzung zu ehemaligen Teilnehmern wurden 50 Gäste (Politik, Presse, sonstige Ehrengäste) postalisch zur Veranstaltung eingeladen.
In der Woche vor der Veranstaltung erfolgte die Feinabstimmung der Kooperationspartner sowie die notwendige Vorbereitung auf der Fläche. Insbesondere das Ausmähen der einzelnen Mahdparzellen und der Aufbau der Infrastruktur verursachen einen hohen personellen Aufwand. Diese Tätigkeiten wurden durch die Mitarbeiter des LPV Thüringer Wald e.V. realisiert und der entstandene Aufwand als Eigenleistung für die Veranstaltung erbracht.

Am Veranstaltungstag fanden die letzten Vorbereitungen (Aufstellen von Pavillons, Sitzgelegenheiten etc.) ab 7 Uhr statt. Um 8 Uhr startete die Anmeldung der ersten Teilnehmer. Diese konnten direkt im Anschluss mit der Mahd ihrer Parzellen beginnen. Die feierliche Eröffnung fand gegen 10 Uhr pressewirksam statt. Neben prominenter Moderation begleiteten die Musikgruppe „Rehbachtaler“ und die Tanz und Trachtengruppe der „7-Täler“ die Veranstaltung. In Anschluss und zeitgleich zum weiteren Verlauf erfolgten die Musikaufzeichnungen des MDR’s mit Maxi Arland. Daraufhin wurde der Wettbewerb bis ca. 14 Uhr bei anhaltenden (Niesel-) Regen fortgesetzt. Zum Abschluss fand die Siegerehrung um 15 Uhr im Rahmen des Bergwiesenfestes in der Lager- und Produktionshalle der Firma Heu-Heinrich statt.
Ab ca. 16 Uhr folgten grundlegende Aufräum- und Sicherungsarbeiten auf der Wettbewerbsfläche welche bis gegen 18 Uhr andauerten.


Am Wettbewerb nahmen 29 Männer bis 60 Jahre, 38 Männer über 60 Jahre, 5 Frauen bis 50 Jahre, 6 Frauen über 50 Jahre und 6 Mäher im Kinder und Jugendalter teil. Insgesamt waren neben den 84 Wettbewerbsteilnehmern ca. 300 Zuschauer anwesend. Verglichen mit den Vorjahren ergibt dies eine Kontinuität der Teilnehmerzahlen (Im Vergleich 2015: 31/32/7/9/8 Teilnehmer in den Kategorien).
Bezüglich der Gesamtzahl der erreichten Personen erscheint die Veranstaltung absolut positiv. Wir wünschen uns in den kommenden Jahren einen Ausbau des Jugend- und Frauenanteils am Gesamtwettbewerb.
Die zu vermittelnden Werte fanden wesentliche Beachtung in den Reden zur Eröffnung sowie der Siegerehrung. In den Randgesprächen der Veranstaltung konnte immer wieder der hohe fachliche Wissensstand der Teilnehmer festgestellt werden und das Fachsimpel zwischen den Beteiligten fand mehr als Rege statt. Es ist somit davon auszugehen, dass der Bergwiesen-Mahdwettbewerb absolut positive Werte bei den Anwesenden vermittelt hat.

Perspektiven

Im Rahmen der durchgeführten Veranstaltung lässt sich sehr viel Potenzial im Sinne der naturschutzfachlichen Bildungsarbeit erkennen. Relevante Adressaten sind auf der Veranstaltung zugegen und offen für formelle und informelle Bildung.
Besondere Unterstützung benötigt die Veranstaltung, neben der finanziellen Grundsicherung, im Ausbau des Partnernetzwerkes welches neben einer organisatorischen Hilfestellungen auch auf der Veranstaltung selbst präsent ist und hierbei einen Beitrag zu einer pluralitären Bildung in Begleitung zum eigentlichen Wettbewerb leistet.
Die Zuwendungspraxis der Stiftung wurde vom Antragsteller sehr offen und kooperationsbereit wahrgenommen. Im unkomplizierten und zügigen Antragsverfahren erhielten wir sehr gute Unterstützung und Begleitung durch die Mitarbeiterinnen der Stiftung. Die Kommunikation zeichnete sich durch Schnelligkeit und unkomplizierte Verfahrensweise in gegenseiter Abstimmung aus.