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Jahresbericht

Jahresbericht

2014

Insgesamt wurden in diesem Jahr 17 Förderprojekte mit einer Fördersumme von 236.919,89 Euro bewilligt, davon neun Projekte aus den Kapitalerträgen mit einem Fördervolumen von 107.671,90 Euro und acht Projekte aus Mitteln der Ausgleichsabgabe mit einem Fördervolumen von ca. 129.247,95 Euro.

Am 16.09.2014 wurde im Augustinerkloster zum vierten Mal der Thüringer Naturschutzpreis  verliehen; er stand unter dem Motto “Thüringer Natur und Naturschutz in den Medien“.

Auch 2014 bildete das Grüne Band den Schwerpunkt unserer Arbeit. Seit der Übernahme der Flächen zum 01.10.2010 wurden in Zusammenarbeit mit der ThLG als Liegenschaftsverwalter 113 Pachtverträge  über 606 ha neu abgeschlossen, davon allein 36 Verträge in 2014. Insgesamt sind von den Eigentumsflächen der Stiftung Naturschutz Thüringen gegenwärtig ca. 1914, 43 ha des Grünen Bandes auf Grundlage von 139 Verträgen verpachtet. Somit ist für die Hälfte der Stiftungsflächen am Grünen Band eine vertraglich vereinbarte und den Belangen des Naturschutzes entsprechende Nutzung gewährleistet.

In 5 Projektgebieten wurden auf ca. 21 ha verbuschte Flächen freigestellt und sollen in Zukunft wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Damit hat sich der Umfang der Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Dies ist nicht zuletzt dem Engagement der Bundesforstamtes Thüringen-Erzgebirge zu verdanken, dessen Mitarbeiter uns bei der Beförsterung des Grünen Bandes unterstützen und die meisten dieser Maßnahmen geplant und koordiniert haben. Ebenfalls unverzichtbar war und ist die Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörden und der Verwaltungen der Nationalen Naturlandschaften. Und schließlich hat auch unser eigenes, aus ENL-Mitteln kofinanziertes Projekt, Fahrt aufgenommen, so dass einige besonders schwer zu pflegende Heide- und Trockenrasenflächen mit Hilfe von freiwilligen Helfern entbuscht und gemäht werden konnten. Gerade das Entfernen von Gehölzen stößt aber bei der Bevölkerung vor Ort nicht immer auf Verständnis, so dass eine umfangreiche Abstimmung (auch bezüglich der Ansprüche spezieller Artengruppen wie z.B. des Auerhahns und der Wildkatze) und eine sorgfältige Pressearbeit notwendig waren und bleiben.

Eine besondere Form der Entwicklung, welche nicht in einer landwirtschaftliche Nutzung mündet, ist die Entwicklung von Niederwald. Niederwald ist eine forstliche Wirtschaftsweise, bei der bestimmte Baumarten, wie z.B. Birke und Weide, in einem bestimmten Turnus immer wieder auf den Stock gesetzt und dabei zur Brennholzgewinnung genutzt werden. Im Wartburgkreis wurde bereits 2013 eine entsprechende forstliche Maßnahme bei Gasterode umgesetzt. 2014 kamen 0,5 ha in der Gemarkung Dankmarshausen hinzu. Dort, wo diese Flächen gut erreichbar sind, kommen dabei auch private Holzwerber zum Zuge.

Der Wald als Einnahmequelle bescherte der Stiftung im letzten Jahr Holzerlöse in Höhe von 59.000 Euro. Weitere Einnahmen in Höhe von rund 95.000 Euro konnten aus der Verpachtung inklusive Jagdpacht und Gestattungen generiert werden.

2014 war ein ganz besonderes Jahr für das Grüne Band. Zum 25. Mal jährte sich das Datum des Mauerfalls und dies war uns Anlass, in ganz besonderem Maße auf das Grüne Band als Biotopverbund und landeskulturelles Mahnmal hinzuweisen. Unter dem Motto „Mensch, Natur, Kultur und Geschichte“ führten wir in einem Kooperationsprojekt unter maßgeblicher Organisation durch den BUND Landesverband Thüringen über das ganze Jahr verteilt an unterschiedlichen Orten der ehemaligen Grenze 14 Veranstaltungen durch. Ihnen allen war gemeinsam, dass neben dem Wert des Grünen Bandes für den Naturschutz und dem Naturerleben vor allem die Menschen vor Ort zu Wort kamen, sei es als Zeitzeugen oder als Künstler, oder beides.

Damit aber nicht genug. Um bei allen Großveranstaltungen, wie z.B. dem Biodiversitätswandertag unter Beteiligung der Bundesumweltministerin, präsent zu sein, ließen wir einen Outdoor-tauglichen und teilbaren Präsentationsstand mit 6 Rollups und zwei Countern entwickeln, mit dem es uns sogar möglich war, zwei Termine am gleichen Tag wahrzunehmen (was in diesem Jahr auch mehrfach vorkam). Ein besonderer Renner bei allen Veranstaltungen waren die „Grünes Band Nudeln“, die die Stiftung bei einem Jenaer Bionudel-Produzenten herstellen lässt und die mit ihren Etiketten für das Grüne Band, die Stiftung und unser Projekt „Grünes Band aktiv“ werben. Darüber hinaus ließen wir am Dienstgebäude der Stiftung ein 25 Meter großes Banner aufhängen, welches auf das Jubiläum hinweist. Und schließlich hat die TLUG, unter maßgeblicher inhaltlicher und redaktioneller Beteiligung der Stiftung, zum Jahresende in ihrer Schriftenreihe „Naturschutz und Landschaftspflege in Thüringen“ ein Sonderheft „25 Jahre Grünes Band Thüringen“ herausgegeben.

Dass all dies trotz der nach wie vor extrem angespannten Personalsituation in der Geschäftsstelle geschehen konnte, war nur dem besonderen Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. des – zeitweise auf zwei Personen geschrumpften – Vorstandes zu verdanken. Glücklicherweise haben wir seit Dezember wieder mit Jörg Nonnen, dem Leiter der Naturparkverwaltung Kyffhäuser, einen dritten Vorstand im Boot.

Auch bei den sonstigen Eigen- und Kooperationsprojekten ging es weiter voran. Der „Lange Tag der Natur“ wurde auch 2014 vom NABU Thüringen in Kooperation mit der Stiftung erfolgreich durchgeführt. Bei unserem Eigenprojekt „Alperstedter Ried“ wurde in unserem Auftrag eine Konzeption für den geplanten Moorlehrpfad entwickelt und die notwendigen Absprachen mit den Agrarunternehmen getroffen. Dieses Projekt kann nur umgesetzt werden, weil die Stiftung auch außerhalb des Grünen Bandes in einigen Bereichen – wie dem Alperstedter Ried – Grundeigentümerin ist. In anderen Bereichen haben wir die fachliche Betreuung der Landesnaturschutzflächen übernommen und konnten so im letzten Jahr ein Projekt zur Auenrenaturierung an der Werra bei Frankenroda zu einem erfolgreichen Abschluss bringen.

Besonders erfreulich ist es, dass der Stiftung Ende letzten Jahres vom Freistaat erneut 380.000 Euro zur Stiftungskapitalerhöhung zugewiesen wurden. Dies macht Mut für den Ausblick auf die kommenden Jahre. Aber vor dem Ausblick steht der Rückblick, den wir Ihnen auf den nächsten Seiten geben wollen.