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Jahresbericht

Jahresbericht

2015

Die Stiftung Naturschutz Thüringen hat im Jahr 2015 wieder viele wichtige Projekte gefördert. Insgesamt wurden in diesem Jahr 25 Förderprojekte mit einer Fördersumme von 135.886,81 Euro bewilligt, davon 20 Projekte aus den Kapitalerträgen mit einem Fördervolumen von 104.440,49 Euro und 5 Projekte aus Mitteln der Ausgleichsabgabe mit einem Fördervolumen von 31.446,32 Euro.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit lag aber auch in diesem Jahr in der Erhaltung und Entwicklung unserer stiftungseigenen Flächen, insbesondere im Bereich des Alperstedter Riedes und am Grünen Band. Dort konnte unser Landeigentum, insbesondere durch Übernahme von Flächen der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH, weiter vermehrt werden. Per Vermögenszuordnung wurden zum ersten Februar 2015 100 ha am Grünen Band und ca. 30 ha im Projektgebiet Alperstedter Ried übertragen. Die Eigentums-flächen der Stiftung am Grünen Band sind somit auf ca. 4.000 Hektar angewachsen.

An anderer Stelle, nämlich in der Gipskarstregion Südharz, hat der Freistaat auf unseren Antrag und zu unseren Gunsten das Vorkaufsrecht ausgeübt, um diese Fläche vor dem möglichen Zugriff durch die Gipsindustrie zu bewahren und im Interesse des Naturschutzes zu entwickeln. Hiergegen legte die Gipsindustrie Klage ein. Das Verfahren wurde zurückgestellt, bis über die Rechtmäßigkeit der NSG-Verordnung entschieden ist, die ebenfalls von dem entsprechenden Unternehmen in Frage gestellt und beklagt wird.

Die Aufgaben im Liegenschaftsmanagement reichten wie immer von selbst durchgeführten Pflegeeinsätzen in unserem „ENL-Projekt Grünes Band Aktiv“ und in unserem Auftrag durch die BImA erfolgten Freistellungen, über die Verpachtung bis hin zu kleinen und großen Müllberäumungen sowie Maßnahmen der Verkehrssicherheit bei maroden Brücken und morschen Bäumen. Bei Lauchröden musste gar mit großem Aufwand eine illegale Deponie im Bereich eines ausgewiesenen Geotops beseitigt werden.

Immer wieder spannend ist die Frage, wie das Grüne Band, aber auch andere Projektgebiete, extensiv gepflegt werden können. Die extensive Beweidung ist hierbei häufig das Mittel der Wahl und zudem auch oft ein Publikumsmagnet. Dank großzügiger Spenden konnten im Oktober jeweils 10 Exmoorponys im Dankmarshäuser Rhäden und im Alperstedter Ried freigelassen werden. Weitere Informationen zum Projekt Alperstedter Ried finden Sie in diesem Bericht. Bei dem teilweise im Grünen Band gelegenen Dankmarshäuser Rhäden ist die Stiftung sowohl als Flächeneigentümerin als auch als Fördermittelgeberin beteiligt. Dieses und andere Förderprojekte werden im Folgenden beschrieben. Ebenso die Eigenprojekte, zu denen neben dem bereits mehrfach erwähnten Alperstedter Ried und dem ebenfalls bereits erwähnten ENL Projekt „Grünes Band Aktiv“ auch die Werraschleife bei Frankenroda, der Lange Tag der Natur (in Kooperation mit dem Nabu Thüringen) und die Jenaer Naturfilmtage (in Kooperation mit der TLUG und der Stadt Jena) gehören.

Der Regierungswechsel zum 5. Dezember 2014 hat viel frischen Wind in die Thüringer Naturschutzszene gebracht. Er bescherte uns zum Beispiel erste Schritte auf dem Weg zur Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument. Begleitet wird dieser Prozess durch eine Akzeptanzkampagne des BUND, aber auch durch einen intensiven Abstimmungsprozess mit allen Betroffenen. Die Stiftung bringt sich hier gerne ein, um gemeinsam mit zahlreichen Akteuren dieses Mammutprojekt zum Erfolg zu führen.

Auch in punkto Personal hat sich Einiges getan. So wurde die Geschäftsstelle seit Mai 2015 durch eine junge Mitarbeiterin im Berufsfreiwilligendienst bereichert. Im Herbst kam dann eine Absolventin der Verwaltungsfachschule hinzu, die zunächst den Aufgabenbereich Haushalt und Finanzen übernommen hat und inzwischen auch den Bereich Personal abdeckt. Darüber hinaus wurden die befristeten Verträge zweier Mitarbeiterinnen verlängert. So konnte dann auch die Lücke, die durch das zweijährige Sabbatical einer Kollegin entstanden war, überbrückt werden. Es geht aufwärts mit der Geschäftsstelle, und mehr dazu finden Sie in unserem Jahresbericht 2015.