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Alperstedter Ried: Ein Büffel, diverse Anlässe und jede Menge Prominenz

Langer Tag der Natur im Alperstedter Ried - Ministerin würdigt 25 Jahre FFH-Richtlinie

Thüringens Naturschutzministerin Anja Siegesmund öffnete am Freitag nachmittag im Alperstedter Ried das Gatter. Zum Auftakt des diesjährigen Langen Tages der Natur konnten nun der von Herrn Michael Rathgeber gesponserte karpatische Wasserbüffelbulle "Detlev" und seine aus der selben Quelle finanzierten vier Damen  gemeinsam den Lebensraum des Alperstedter Rieds in Besitz nehmen. Zukünftig soll Detlev in seiner kleinen Herde die landschaftspflegerischen Arbeiten durch kräftiges Weiden verstärken und auch ordentlich für Nachwuchs sorgen.

Der Lange Tag der Natur wird jährlich vom NABU Thüringen in Kooperation mit der Stiftung Naturschutz Thüringen durchgeführt und ruft  zu zahlreichen Veranstaltungen rund um und in der Natur innerhalb von 28 Stunden auf. In diesem Jahr fiel der Lange Tag der Natur zusammen mit dem Tag des Nationalen Naturerbes. Dieser wurde vom Bundesumweltministerium ins Leben gerufen. Bundesweit boten zahlreiche Naturerbeflächen-Eigentümer auf Ihren Flächen Informations- und Besichtigungsmöglichkeiten an.

Auf diese Dopplung der Anlässe wies Frau Schrader, Leiterin der Geschäftsstelle und Vorstand der Stiftung Naturschutz Thüringen in ihrer Begrüßungsrede hin. Sie dankte in Anwesenheit von Vertretern des verbandlichen und behördlichen Naturschutzes in Thüringen Herrn Rathgeber für seine großzügige Tierspende. Namenspate des Wasserbüffelbullen Detlev ist Herr Prof. Dr. Detlev Drenckhahn, langjähriger Streiter für den Naturschutz weltweit und Ehrenpräsident des WWF.

Anja Siegesmund, Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz würdigte anlässlich des Jubiläums zu 25 Jahren Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU, den Stellenwert dieser Schutzgebiete für den Naturschutz und die Thüringer Natur. Das Engagement der örtlichen Partner steht dabei genauso im Fokus, wie die wertvolle Unterstützung zur Sicherung von Mooren und Feuchtgebieten durch den WWF.

Dieser war durch Frau Dr. Pretzell, Leiterin Naturschutz Deutschland des WWF vertreten. Sie kündigte u.a. die Ausweisung eines Urwaldpfades durch Thüringen an.

Herr Dr. Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes sowie Leiter der Uni-Agrar GmbH und damit einer der wichtigen Partner im Projekt Alperstedter Ried begrüßte ebenfalls die Fortschritte des Projektes und gab seiner Hoffnung auf weitere gute Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz in Thüringen Ausdruck.

Im Anschluss an die Eröffnungsreden konnte es an die Freilassung des Wasserbüffelbullens gehen. Sachkundig geführt und angeleitet durch den Weidewart, Herrn Venus begaben sich die Ministerin und ihre Begleiter ins Weidegatter und veranlassten den neuen Wasserbüffelbullen und seine Kühe, ihren zukünftigen Lebensraum gemeinsam in Besitz zu nehmen. Die Tiere brachten zügig gehörigen Abstand zwischen sich und die neugierigen Zuschauer.

Nach einer zünftigen Kaffeepause, bestens kulinarisch mit leckeren selbstgebackenen Kuchen und frischem Kaffee versorgt  von den Frauen des Heimatvereins Alperstedt konnte dann der Entdeckerteil des Langen Tages der Natur im Alperstedter Ried folgen.

Geführt von Stella Schmigalle von der Stiftung Naturschutz Thüringen entdeckten die Besucher die Besonderheiten des wiederentstehenden Moores im Thüringer Becken.

Die anwesenden Kinder konnten sich, ange- und begleitet von dem örtlichen Natur- und Landschaftsführer Reinhard Schnell, mit allen Sinnen das Moor erschließen und sich von der Artenvielfalt des Gebietes inspirieren lassen. Nach ihrer Wanderung stellten sie aus den vielfältigen Blättern und Gräsern der Wiesen eigene Drucke her.