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Ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall - "Subbotnik" am Grünen Band

Einbe besondere Jubiläumsgabe: Thüringer Landesstiftung und Thüringer Landgesellschaft führen gemeinsamen Arbeitseinsatz in Lichtenhain durch

September, Samstag, Sonnenschein: angereist aus allen Teilen Thüringens fanden sich am letzte Samstag mehr als fünfzig Freiwillige in Lichtenhain bei Gräfenthal ein.
Während der Arbeitswoche sind sie Angestellte der Thüringer Landgesellschaft, Mitarbeiter der Stiftung Naturschutz Thüringen, des Landschaftspflegeverbandes Ostthüringer Schiefergebirge/Obere Saale, des Naturparkes Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale oder der Umweltbehörde Saalfeld-Rudolstadt.
Als Geburtstagsgeschenk der Thüringer Landgesellschaft anläßlich des 20-jährigen Stiftungsjubiläums war der Einsatz mit passenden Handwerkzeugen, Abfuhrmöglichkeiten fürs Schnittgutt, Speisen und Getränken sowie Pausenmöglichkeiten für die Helfer vor Ort organisiert.

Was früher diesseits der Grenze als sogenannter "Subbotnik" (vom russischen Subbota = Samstag)  unter der Hand ironisch verlacht aber offiziell hochgelobt war - der freiwillige Arbeitseinsatz in der Freizeit und zum Wohle aller, war diesmal tatsächlich ein Freiwilligeneinsatz zum Erhalt des Grünen Bandes, der Folgeentwicklung ebenjener damaligen Grenze. Gemeinsam wollten alle Teilnehmer sehen und erleben, wie das ehemalige Grenzareal in dieser Gegend heute als Grünes Band aussieht und sie wollten es ein Stück weit wieder dem offenen Zustand annähern, den es vor einem Vierteljahrhundert hatte: der breite Streifen entlang der Grenze, der seinerzeit offen gehalten wurde, um Flüchtigen keine Möglichkeit zur Deckung zu geben, entwickelte sich durch seine Ungestörtheit zum Zufluchtsraum für viele wertvolle und seltene Tier-und Pflanzenarten. Diesen Arten ihren Lebensraum zu erhalten ist u.a. das Ansinnen der Akteure am Grünen Band.

Aber wo nix passiert, passiert ganz viel. Die Natur erobert sich das Gebiet in beeindruckendem Tempo zurück. Birken, Ebereschen, Kiefern und vor allem Fichten, Fichten, Fichten siedeln sich an und wo es an der passenden Nutzung durch z.B. Weidetiere fehlt, steht plötzlich ein junger Wald und nimmt den licht- und luftliebenden Offenlandarten den Lebensraum.
Glücklicherweise lassen sich junge Fichten bis zu einer gewissen Größe leicht aus dem schiefrigen Untergrund ziehen und so waren die ersten Arbeitsschritte ersteinmal das Jäten der jungen Fichtenschößlinge. Schon bald kam auch Handwerkzeug zum Einsatz und so wurde im Laufe des Tages von den vielen fleißgen Helfern mit Hilfe von Kreuzhacken, Sägen und Grabegabeln ein Areal in der Größe eines Fuballfeldes  von Bäumen und Büschen freigeräumt.
Da rupfte und sägte der Geschäftsführer neben dem Sachbearbeiter, der orstansässige Jagdpächter neben dem Staatsekretär, der Sohnemann des Buchhalters neben dem Stiftungsvorstand - alle waren mit Eifer bei der Sache. Fuhre um Fuhre wurde das Schnitt- und Rupfgut abgefahren und am Ende eines Tages, der auch ein Tag der Begegnungen und des Austauschs war, waren alle rechtschaffen müde und berechtigt stolz auf das Geschaffte.

Vielen Dank an alle Mitwirkenden für dieses großartige Erlebnis und für die tolle Organisation durch die Thüringer Landgesellschaft!