Einzelansicht

Archiv

Stiftung aktuell

Ein Vierteljahrhundert vereintes Engagement für die heimischen Orchideen

Stiftung Naturschutz beglückwünscht den AHO Thüringen e.V. zum 25-jährigen Jubiläum und überreicht neuen Förderscheck

Am 29.10.2016 beging der Arbeitskreis Heimische Orchideen Thüringen e.V. sein 25-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung. Im Folgenden lesen Sie das Grußwort von Beate Schrader, Vorstand und Leiterin der Geschäftsstelle der Stiftng Naturschutz Thüringen:

"Lieber Herr Töpfer, liebe AHO-Mitglieder und Gäste,
Orchideen sind abhängig von der Symbiose mit Wurzelpilzen. Orchideensamen weisen in der Regel kein Nährgewebe für den Keimling auf. Der Keimling selbst besteht nur aus wenigen Zellen. Eine Keimung ist so nicht möglich, nicht einmal erste Blätter und Wurzeln können vom Embryo selbständig gebildet werden. Er ist auf Pilze angewiesen, die Pilzfäden oder Hyphen wachsen in die Zellen des Orchideenembryos hinein um diese zu verdauen. Die Orchidee dreht den Spieß aber um und verdaut ihrerseits die Pilze und nimmt die freiwerdenden Nährstoffe auf. Das weiß hier wahrscheinlich so ziemlich jede und jeder im Raum.

Und an genau diese Symbiose musste ich spontan denken, als ich über ein Grußwort zur heuteigen Veranstaltung nachdachte.  Sie lässt sich nämlich leicht mit der Zusammenarbeit zwischen dem AHO und der Stiftung Naturschutz Thüringen vergleichen. Sicher, jeder von uns wäre vielleicht auch ohne den anderen überlebensfähig, aber bei weitem nicht so gut.
So wie der AHO immer wieder von unseren Fördermitteln profitiert, so profitieren wir als Stiftung davon, dass es Vereine wie den AHO gibt, die im Naturschutz aktiv sind. Denn bevor man fördern kann, braucht es das Engagement. Die berühmte Henne-Ei-Frage ist hier geklärt. Zunächst muss es Menschen geben, die von etwas begeistert sind, die ihre Zeit, ihre Kraft und manchmal auch nicht unerhebliche Mittel in eine Sache stecken, erst dann können Stiftungen und andere Fördermittelgeber helfen, dass das Geld auch reicht.
Das haben wir 2000 erstmalig getan, damals mit über 33.000 DM für einen Flächenankauf in der Gemarkung Lauchröden im Wartburgkreis. Seitdem kamen 41 weitere Projekte dazu, insgesamt über 553.000 Euro.
Davon hatten 25 Projekte den Schwerpunkt Flächenerwerb, 15 den Schwerpunkt Landschaftspflege, 5 Projekte dienten der Naturschutzforschung und 4 der Umweltbildung. Sie haben somit sämtliche Förderzwecke der Stiftung abgedeckt. Und was dabei herausgekommen ist, sind wunderschöne Orchideenwiesen und lichte Wälder mit Orchideenbeständen. Dass dies gelang, hängt neben unserem Geld aber eben ganz wesentlich  an ihrem Einsatz, besonders an zahlreichen Arbeitseinsätzen, von denen wir sicher heute noch Einiges hören werden.
Symbiose bezeichnet nach Wikipedia die Vergesellschaftung von Individuen zweier unterschiedlicher Arten, die für beide Partner vorteilhaft ist. Besser kann man unsere Zusammenarbeit nicht beschreiben. Ich wünsche uns, dass diese Zusammenarbeit weitergeht und dass es uns gemeinsam gelingt, auch zunehmend junge Menschen für den Naturschutz zu begeistern.
Einen ersten Schritt der weiteren Zusammenarbeit habe ich heute mitgebracht. Volker Kögler, der sich seit wieviel Jahren? …jedenfalls eine gefühlte Ewigkeit um die Orchideen des Ilmkreises, besonders aber um den Tännreisig, kümmert, hat in bewährter Weise einen Förderantrag zum Flächenerwerb und zur Pflege eines zum Verkauf stehenden Bereiches dieses einmaligen Naturschutzgebietes gestellt. Das blasse Knabenkraut, das dort vorkommt, wird es ihm danken, da bin ich ganz sicher."

Im Anschluss an ihr Grußwort übergab Frau Schrader einen Förderscheck über 13.188,40 Euro an den AHO Thüringen e.V.

Die Zuwendung der Stiftung Naturschutz Thüringen ermöglicht dem AHO Thüringen e.V. den Erwerb von Flächen im NSG "Tännreisig", um den dortigen Orchiedeenbestand mittels angepasster Pflegemaßnahmen langfrisitig zu sichern.

Dactylorhiza fuchsii auf einer durch den AHO gepflegten Fläche (Gobert)

Beate Schrader, Stiftung Naturschutz Thüringen übergibt Volker Kögler, AHO e.V. einen symbolischen Förderscheck