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Erfolgreiche Veranstaltung „Natura 2000 – Herausforderung und Chance“

Natura 2000 bezeichnet ein europaweites Netzwerk an Schutzgebieten. Es geht dabei zum einen um den Schutz von bestimmten Lebensräumen und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten (FFH-Gebiete) und zum anderen um spezielle Vogelschutzgebiete. Allein der Freistaat Thüringen verfügt über 212 FFH-Gebiete, 47 punkthafte  FFH-Objekte sowie über 44 Vogelschutzgebiete.
Seit April 2016 wurde in Thüringen ein Netzwerk von insgesamt elf Natura 2000-Stationen aufgebaut, um die Erhaltungszustände der bedrohten Arten und deren Lebensräume zu bewahren oder zu verbessern. Ein Kompetenzzentrum unterstützt die Stationen bei ihrer Arbeit. Ein wichtiges Anliegen ist zudem, den Austausch zwischen den Akteuren zu fördern und die Thematik „Natura 2000“ zum Gegenstand der öffentlichen Diskussion zu machen. Aus diesem Grund fand am 27. und 28. September 2017 die Veranstaltung "Natura 2000 - Herausforderung und Chance" in der Fachhochschule Erfurt statt. Gefördert wurde diese von der Stiftung Naturschutz Thüringen.

„Die Welt schaut auf Thüringen. Unsere elf neuen Natura2000-Stationen sind das entscheidende Bindeglied zwischen ehrenamtlichem und staatlichem Naturschutz. Hier werden wichtige Projekte initiiert und umgesetzt, um unser wertvolles Naturerbe zu entwickeln und zu schützen. Ich freue mich, dass hier Experten aller Bereiche zusammen kommen, um daran intensiv mitzuarbeiten“, so Umweltstaatssekretär und Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz Thüringen Olaf Möller in seiner Eröffnungsrede.
In verschiedenen Fachvorträgen referierten Experten an diesen zwei Tagen zu den unterschiedlichsten Natura 2000 Themen. Dabei wurden u.a. aktuelle Entwicklungen, Perspektiven, aber auch derzeitige Probleme angesprochen. In einer jeweils an den Vortrag anschließenden Diskussionsrunde, hatten die Zuhörer dann die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben und ihre Sicht der Dinge darzulegen.

Am ersten Tag ging es um die aktuelle Situation in Thüringen sowie die Instrumente zur Umsetzung von Managementplänen. Nach der Mittagspause stand die Managementplanung selbst im Zentrum der Veranstaltung; es ging hierbei um die Fachbeiträge Offenland und Wald. Nach einem Vortrag zum Thema Natura 2000 und Landwirtschaft hatten die Besucher die Möglichkeit, sich ein Natura 2000 Gebiet direkt anzuschauen. Mit einer Exkursion durch das Alperstedter Ried bot die Stiftung Naturschutz einen Einblick in ihre praktische Arbeit. Die Veranstaltungsteilnehmer wurden mit einem eigens angemieteten Bus in das Alperstedter Ried gefahren und konnten sich vor Ort von den Entwicklungen dieses Naturschutzgebietes überzeugen. Stella Schmigalle und Carlotta Schulz von der Stiftung Naturschutz Thüringen gaben bei der Führung fachkundige Erklärungen und konnten aufkommende Fragen beantworten.

Der zweite Tag der Veranstaltung widmete sich zunächst verschiedenen Natura 2000 Stationen in Thüringen. Nach einer allgemeinen Erklärung, wie das Netzwerk der Natura 2000 Stationen sowie die Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde (am Beispiel Greiz) funktioniert, wurden verschiedene Praxisbeispiele vorgestellt. Die Referenten berichteten u.a. über Maßnahmen zur Erhaltung von Gelbbauchunke, Bachmuschel und Skabiosen Scheckenfalter, wobei Erfolge und Misserfolge dargelegt wurden.

Mit einer abschließenden Diskussionsrunde endete die Natura 2000 Tagung. Ein Fazit zog Frau Schrader vom Vorstand der Stiftung bereits in ihrem Grußwort: Gut, dass das Umweltministerium die Natura2000-Sationen eingerichtet hat.- Der Naturschutz braucht sie!

Exkursion ins Alperstedter Ried