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Handarbeit für einen seltenen Falter! Pflegemaßnahmen im Waldmoor bei Struth

Landkreis Greiz - Wie ein Kleinod liegt das Naturdenkmal „Wald-Flachmoor zwischen Struth und Porstendorf“ etwas versteckt in einem kleinen Waldgebiet im Landkreis Greiz. Dem vorbeikommenden Wanderer fallen vielleicht die abgestorbenen Baumstümpfe und die mystische Stimmung des Moores auf, doch eine weitere Besonderheit des Gebiets entzieht sich meist den Blicken. Der Moosbeeren-Scheckenfalter (Boloria aquilonaris), auch Hochmoor-Perlmutterfalter genannt, ist ausschließlich in naturnahen Mooren zu finden und ganz auf das Vorhandensein der namensgebenden Moosbeere angewiesen. In Thüringen sind nur zwei Vorkommen des seltenen Tagfalters bekannt und er gilt daher als vom Aussterben bedroht.

Lebensraum des Schmetterlings erhalten

Um den Lebensraum des Schmetterlings zu erhalten, müssen regelmäßig Nährstoffe und Biomasse entzogen werden, damit sich keine dichten Grasbestände ausbilden, die dann keinen Platz mehr lassen für die so wichtige Moosbeere. Auf den weichen Böden und angesichts der an den bodennahen Blättern der Moosbeeren überwinternden Raupen des Falters ist die Mahd natürlich nur besonders schonend als Handarbeit und mit sehr leichter Technik möglich. Doch die Mühe lohnt sich. Und so werden in diesen Tagen die aufwändigen Arbeiten durch einen Auftragnehmer der Stiftung Naturschutz Thüringen durchgeführt.

Auf eigene Faust sollte man das Waldmoor übrigens auf keinen Fall betreten, denn der Lebensraum ist sehr empfindlich. Den kleinen Falter trifft man ohnehin nur für wenige Wochen im Jahr dort an – den Rest seines Lebens verbringt er als unscheinbare Raupe.

Um das Moor auch langfristig zu erhalten, werden in Zukunft Maßnahmen zur Abdichtung des Dammes notwendig sein. Zur Vorbereitung finden, ebenfalls in den nächsten Wochen, durch die Untere Naturschutzbehörde Fäll-Arbeiten im Norden des Gebiets statt. Auch geringfügiger Birkenaufwuchs auf der Moorfläche wird dabei entfernt.

Hintergrund:

Die Stiftung Naturschutz Thüringen wurde vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) mit der fachlichen Betreuung der landeseigenen Naturschutzflächen des Freistaates beauftragt. Der technische Teil des Liegenschaftsmanagements liegt in den Händen der Thüringer Landgesellschaft (ThLG). Grundsatz des Liegenschaftsmanagements ist der dauerhafte Erhalt und die Entwicklung des ökologischen Wertes der Flächen. Dafür setzt die Stiftung Vorgaben für die naturschutzgerechte Nutzung der Flächen und trifft Abstimmungen mit den Bewirtschaftern, die dann beim Abschluss von Verträgen durch die ThLG berücksichtigt werden. Die Stiftung ist außerdem berechtigt, mit Eigenmitteln oder Mitteln der Ausgleichsabgabe Naturschutzmaßnahmen auf den Flächen umzusetzen. Auch auf landeseigenen Naturschutzflächen geplante Maßnahmen anderer Akteure, wie Verbänden und den Natura 2000-Stationen, werden fachlich mit der Stiftung abgestimmt.

Ansprechpartner: Carlotta Schulz - Carlotta.Schulz(at)snt.thueringen.de

Das Waldmoor bei Struth im Frühjahr (Mai 2017, Bildautor: C. Schulz/SNT)