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Kleines Schwarzes im Alperstedter Ried – Wasserbüffel bekommen erstmalig Nachwuchs

Landkreis Sömmerda; Alperstedt - Seit im Juli 2017 „Detlev“, der Wasserbüffel-Bulle, zu den vier Wasserbüffel-Damen ins Alperstedter Ried kam, hat man eigentlich darauf gewartet. Und seit ein paar Tagen ist es nun endlich soweit - ein kleines, schwarzes Kalb bereichert die Herde. Zusammen mit Exmoor-Ponys und Rotem Höhenvieh übernehmen sie die landschaftspflegerischen Arbeiten im Naturschutzgebiet. Bisher konnte der Neuankömmling nur von hinten fotografiert werden, aber eines wissen wir schon, es handelt sich um ein weibliches Tier.

„Detlev“ – der Wasserbüffelbulle ist übrigens durch den großzügigen Spender Herrn Rathgeber nach Prof. Dr. Detlev Drenckhahn benannt, einem langjährigem Streiter für den Naturschutz weltweit und Ehrenpräsident des World Wide Fund For Nature (WWF).

Als tierische Landschaftspfleger sollen die Wasserbüffel dabei helfen, Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten zu schaffen und zu erhalten. So profitieren zum Beispiel Kiebitze und Bekassinen von Schlammflächen, die durch die Aktivität der Wasserbüffel entstehen. Auch diese Vögel kommen nun langsam von ihrer langen Südreise zurück und können im Ried wieder beobachtet werden.

Die Beobachtungsmöglichkeiten zu verbessern, ohne dabei die Tiere zu stören, ist übrigens das Ziel der Baumaßnahmen, die aktuell auf dem Aussichtshügel in den Wilden Weiden umgesetzt werden. Im Sommer wird dann auch der lang ersehnte Bohlenweg folgen. Beide Maßnahmen sind Teil des laufenden Flurbereinigungsverfahrens Alperstedter Ried, das durch das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung sowie den Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung Thüringen betreut wird.

Hintergrund:
Seit September 2015 geht es im Alperstedter Ried zur Sache. Der westliche Teil des Naturschutzgebietes und angrenzende ehemalige Äcker sind nun als Feuchtwiesen auf 115 Hektar Fläche umzäunt und bieten so nicht nur den dort zahlreich vorkommenden gefährdeten Tier- und Pflanzenarten störungsfreien Lebensraum, sondern auch den vierbeinigen Landschaftspflegern. Sie sorgen das ganze Jahr über dafür, dass die geschützten Lebensräume im Naturschutzgebiet auch bei höherem Wasserstand erhalten bleiben. Dieser ist notwendig, um dem einzigartigen Kalkniedermoor, wieder seinen Moorcharakter zurück zugeben, damit es seine wertvollen Leistungen als Kohlenstoffsenke und Refugium zahlreicher gefährdeter Arten und Lebensräume erfüllen kann. Das Gebiet ist als FFH- und Vogelschutzgebiet auch Teil des EU-weiten NATURA-2000-Netzes.
Die Maßnahmen im Alperstedter Ried werden im Rahmen des Projektes „ Moorlandschaft Alperstedter Ried“ der Stiftung Naturschutz Thüringen betreut und durch das laufende Flurbereinigungsverfahren sowie aus Mitteln der Ausgleichsabgabe finanziert. Träger des Beweidungsprojektes ist die ARUA-Agrar GmbH Mittelhausen.

Ansprechpartner: Stella Schmigalle - Stella.Schmigalle@snt.thueringen.de