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Offenlandverbund für Tagfalter im Grünen Band bei Titschendorf

Saale-Orla-Kreis, Wurzbach - Auf den Flächen der Stiftung Naturschutz Thüringen im Grünen Band bei Titschendorf werden ab dieser Woche Fällarbeiten beginnen: Insbesondere Fichten, die im Laufe der Jahre entlang des Kolonnenweges den Bereich der ehemaligen Grenze zuwachsen werden mit Forstmaschinen entnommen und Teilflächen im Anschluss gemulcht. Die Flächen gehören zu den ca. 4000 ha, die der Stiftung Naturschutz Thüringen als Naturerbeflächen ins Eigentum übertragen wurden. Damit verbunden ist der Auftrag, diese Flächen als länderübergreifenden Biotopverbund und als Mahnmal deutscher Geschichte zu erhalten und zu entwickeln.


Im Bereich Titschendorf stehen die noch erhaltenen, aber stark verinselten Wiesen und Heiden im Fokus der Stiftung. Bereits 2012 und 2015 wurden Freistellungen von Flächen durchgeführt, um den ehemals weitflächig offenen Charakter des Grünen Bandes wieder herzustellen. Hierdurch werden auch seltene und geschützte Biotope erhalten und entwickelt. Dank des Schäfers, Mario Krasel, der eben für den Erhalt dieser kleinen Inseln der Artenvielfalt wieder einen Wanderschäferbetrieb aufbaut, kann nun auch die Wiedervernetzung der Teilflächen umgesetzt und deren Offenhaltung durch die Beweidung gesichert werden. Tagfalterexperte Mario Baum hatte im Auftrag der Stiftung 2017 intensiv die flatternde und bunte Artengruppe auf den Flächen genauer unter die Lupe genommen: Er konnte beachtenswerte 45 Tagfalterarten feststellen. Das sind 38 % der aktuell in Thüringen vorkommenden Arten, die auf den hoch gelegenen und damit klimatisch für Tagfalter eher ungünstigen Standorten entdeckt werden konnten. Da diese große Vielfalt nur auf den größeren, offenen Wiesen und Heiden festgestellt werden konnte, ist es nun wesentliches Ziel, diese Flächen miteinander zu verbinden. Damit soll eine Ausbreitung der Falter auch zwischen den momentan vorhandenen Lebensräumen ermöglicht werden.

Die Freistellungsmaßnahmen erstrecken sich über eine Fläche von 6,5 ha, für die eine Umwandlungsgenehmigung durch das Forstamt vorliegt. Von der offeneren Landschaft werden übrigens nicht nur lichtliebende Tier- und Pflanzenarten profitieren. Auch dem Winterwanderer wird es zukünftig wieder öfter möglich sein, das Grüne Band vom Kolonnenweg aus zu genießen. Ortsteilbürgermeister Manfred Rank berichtet: „Momentan fehlt uns auf dem Kolonnenweg oft der Schnee zum Loipen ziehen, da die dichten Fichten rechts und links ihn abhalten.“


Auch wenn einzelne Teilflächen kurz nach der Freistellung einen etwas unansehnlichen Anblick bieten, die Erfahrung zeigt, dass sich die Natur wieder schnell erholt. Wir sind gespannt, wie sich die Flächen schon im kommenden Frühjahr und Sommer entwickeln und wie die Tagfalter auf die dann freien Wanderrouten reagieren.