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„Oh schaurig ist`s übers Moor zu gehen …“

Stiftung Naturschutz Thüringen fördert Instandsetzung des Bohlenweges im Hochmoor Friedrichshöhe

Der Begriff Moor erzeugt bei vielen Menschen Assoziationen, die in Richtung unheimlich, düster, tückisch und gefährlich gehen. Aber, was ist eigentlich ein Moor?

Vereinfacht gesehen ist es ein Naturbereich, der weder ganz dem Wasser noch ganz dem trockenen Land zuordenbar ist. Es gibt Hoch- und Niedermoore. Ein Hochmoor ist ein Regenwassermoor – es entsteht in Gegenden, in denen mehr  Niederschlag fällt, als der Boden ableiten kann. Die Bezeichnung „Hochmoor“ rührt von der Hochwölbung im Moorzentrum her. Da Nährstoffe ausschließlich über das Regenwasser eingetragen werden, ist ein Hochmoor ein extrem nährstoffarmer Lebensraum – nur angepasste Tiere und Pflanzen leben hier. Niedermoore hingegen sind grund- und regenwassergespeiste Moore, die sich oft in Senken bilden, in denen das Wasser ebenfalls nicht im selben Maße abfließen und/oder abtrocknen kann, wie es zufließt. Moore sind immer Rückzugsorte sehr seltener Tiere und Pflanzen und deshalb in hohem Maße schützenswerte Biotope.

Es ist im Übrigen fast unmöglich, in einem Moor zu ertrinken. Versinken hingegen kann man recht schnell und es ist dann oft sehr schwierig, ohne Hilfe und schadlos aus der misslichen Lage wieder herauszukommen. In jedem Fall wird die empfindliche Fauna und Flora des Moores durch das unbefugte Betreten nachhaltig geschädigt. Schon aus diesem Grund ist es nicht gestattet, Moore außerhalb freigegebener Wege zu durchqueren.

So einen Weg gibt es zwar im Hochmoor bei Friedrichshöhe, er befindet sich allerdings in einem desolaten Zustand und musste deshalb vor einiger Zeit gesperrt werden. Dies führte prompt dazu, dass viele Besucher und Wanderer sich auf eigene Faust einen Weg durch das großflächige Moor suchen und damit erheblichen Schaden im empfindlichen ökologischen Gleichgewicht des Moores anrichten. Um das Moor als seltenen Lebensraum zu schützen, unterstützt die Stiftung Naturschutz Thüringen  den  Naturpark Thüringer bei der Sanierung des Bohlenweges mit einer finanziellen Förderung. Voraussichtlich Ende August 2015 wird der erneuerte Weg den Wanderern und Besuchern des Naturparkes Thüringer Wald wieder zur Verfügung stehen.