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Renovierung bei Familie Adebar

Stiftung Naturschutz Thüringen unterstützt die Sanierung des Storchennestes in Gerstungen

Störche bevorzugen es, ihre Nester auf hohen Unterbauten anzulegen, von denen aus ein weiter Rundum-Blick in die Umgebung möglich ist. Durch die Höhe sind das Gelege und die Jungtiere außerdem vor bodenbewohnenden Nesträubern geschützt. So kommt es, dass sich Störche für ihren Nestbau gern auf Schornsteinen, hohen einzeln stehenden Bäumen oder Leitungsmasten niederlassen. Storchennester werden „Horste“ genannt und sind immer kreisrund. Das Storchenpaar baut mittels Zweigen und Ästen eine umrandete Unterlage, in der die Eier bebrütet und später die Jungstörche aufgezogen werden. An vielen Orten geben die Menschen den Störchen beim Erstbau des Nestes Unterstützung, indem sie auf Dächern oder hohen Pfeilern große runde Platten oder alte Holzräder anbringen. Da die Nester oft über Jahre hinweg von den Vögeln genutzt und jedes Jahr weiter aufgeschichtet werden, kann so ein Storchenhorst auf ein großes Gewicht von mehreren hundert Kilogramm kommen. Das wird auf die Dauer für den Unterbau des Nestes, also den Pfeiler oder Schornstein oder den Dachfirst zu schwer. Außerdem werden Storchennester immer höher und damit instabil. Sie können seitlich abrutschen oder auseinanderbrechen. Im ungünstigsten Fall geht durch so einen Neststurz das Gelege verloren, das Dach oder der Mast nehmen Schaden und vielleicht bekommt sogar der ein oder andere Mensch, der gerade vorbei kommt, Teile des Nestes ab und wird verletzt. Deshalb genügt es nicht, einen Nestplatz für Meister Adebar anzubieten. Das Nest muss kontrolliert und gewartet werden, wenn es lange Zeit halten und keinen Folgeschaden anrichten soll.

Auf einem Mittelgiebel des Gerstunger Schloss befindet sich seit vielen Jahren ein Storchennest. Jedes Jahr kommen die Störche hierher um ihre Jungen auszubrüten und aufzuziehen. Die Gerstunger sind auf ihre Störche sehr stolz. Sie haben ihnen sogar einen Brunnen in ihrer Stadt gewidmet. Das Nest wurde vor 15 Jahren das letzte Mal saniert und kann seit 2013 online mittels einer Webcam „besucht“ werden. Die Anschaffung und Installation dieser Webcam wurde seinerzeit bereits von der Stiftung Naturschutz Thüringen gefördert. In den vergangenen Jahren hat sich am Horst ein starker Überhang aus Nistmaterial herausgebildet. Da sich das Nest über dem Dach des historischen Gerstunger Schlosses befindet, ist es schwer zu erreichen. Es muss ein Gerüst gebaut und Hebetechnik eingesetzt werden und die Sanierung des Nestes ist damit sehr aufwändig. Die Stiftung Naturschutz Thüringen unterstützt die Gemeinde bei der Sanierung des Storchennestes erneut mit einer finanziellen Förderung, um den Erhalt des Brutplatzes zu gewährleisten.