Samstag 11. Juni 2022 15:00 Uhr

„Sie werden binnen 24 Stunden abgeholt…“ – Zwangsaussiedlungen aus dem Grenzgebiet der DDR

Zeitzeugengespräch und Erzählcafé, Freilichtmuseum Hohenfelden

  • Erwachsene
  • kostenfrei

Heinersdorf in Thüringen, an der Grenze zu Bayern. Es ist der 5. Juni 1952. In den frühen Morgenstunden reißt heftiges Klopfen am Zimmerfenster den 24-jährigen Lothar Barnikol-Veit aus dem Schlaf. Ein Volkspolizist steht am Fenster, blickt hinein und fordert die Herausgabe des Personalausweises. Lothar Barnikol-Veit soll umgesiedelt werden! Er entschließt sich Hals über Kopf in den Westen zu fliehen. Das Elternhaus, ein wertvoller Blockbau aus dem 18. Jahrhundert, kann er erst nach der Friedlichen Revolution 1989 wieder betreten. Da es am originalen Standort nicht mehr erhalten werden konnte, erfolgte seit 2019 die Umsetzung in das Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden. Mit dem alten Haus kam auch die Fluchtgeschichte von Lothar Barnikol-Veit in das Museum. Wir nehmen sie zum Anlass mit Betroffenen im wiederaufgebauten Haus über die Zwangsaussiedlungen 1952 und 1961 zu erzählen. Wie erlebten sie den Verlust ihrer Heimat? Wie wurden sie in ihren neuen Wohnorten aufgenommen? Wie lebten sie mit der Erfahrung von Willkür und Gewalt in der DDR? Das Publikum ist eingeladen, dem Gespräch mit den Thüringer Zeitzeugen zu folgen, selbst Fragen zu stellen und von eigenen Erfahrungen zu berichten.

 

Anmeldung unter: Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden | Im Dorfe 63, 99448 Hohenfelden
Tel.: 036450 302 85
E-Mail: info(at)freilichtmuseum-hohenfelden.de