Auenentwicklung an der Werra für besseren Wasserrückhalt und mehr Naturschutz

Gemeinsamer Termin von Stiftung Naturschutz Thüringen, Bundesamt für Naturschutz, Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt und Umweltministerium

(v.l.n.r.) C. Schulz (komm. Geschäftsführung SNT), S. Riewenherm (BfN-Präsidentin), K. Arndt (Umweltstaatssekretärin), Anke Leue (GDWS-Präsidentin), N. Brandorff (WSA Weser)

Umweltstaatssekretärin Karin Arndt informierte sich heute gemeinsam mit Vertreterinnen der Stiftung Naturschutz Thüringen, dem Bürgermeister der Stadt Treffurt, Michael Reinz, der Präsidentin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Anke Leue, und der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Sabine Riewenherm, am Auen-Renaturierungsprojekt „Blaues Band trifft Grünes Band“ über die Fortschritte bei der Auen-Renaturierung an der Werra.

Durch die Vertiefung des Flussbettes der Werra sowie die Ablagerung von Sedimenten im Uferbereich wurde der Fluss zunehmend von seinen Auen abgeschnitten, wodurch auentypische Feuchtlebensräume verloren gingen. Ermöglicht durch das Förderprogramm des Bundes, will die Stiftung Naturschutz an passenden Stellen einen Seitenarm mit Flachwasserzonen sowie  Auengewässer schaffen -  in enger Kooperation mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser, das in den angrenzenden Flussbereichen der Bundeswasserstraße Werra Gewässeraufweitungen mit Kiesbereichen plant. Die Abflachung der Ufer und die Absenkung einzelner Geländepunkte sorgen dafür, dass die angrenzenden Auen bereits bei niedrigeren Wasserständen überschwemmt und so wiedervernässt werden – wichtig auch für die verbliebene Auwälder. Durch die gemeinsame Maßnahmen von Naturschutz und Wasserstraßenverwaltung sollen so Fluss, Ufer und Aue wieder miteinander verbunden werden.

Dazu erklärt Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz:
„Naturnahe Auen beheimaten nicht nur zahlreiche Tiere und Pflanzen, sondern schützen auch vor Hochwasser und filtern Nähr- und Schadstoffe aus Boden- und Grundwasser. Gleichzeitig gehören sie zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen. Mit den zunehmend längeren Trockenperioden gewinnen naturnahe Gewässer und Auen weiter an Bedeutung als Wasserspeicher.“

 Umweltstaatssekretärin Karin Arndt ergänzt:
„Das Salzwasser der Kaliproduktion beeinträchtigt die Werra bis heute. Neben dem Salzentlastungsplan braucht es zusätzliche Maßnahmen wie diese – für einen besseren Wasserrückhalt in der Fläche und mehr Feuchtbiotope.“

 Für die Auenentwicklung an der Werra stellt das Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesumweltministeriums bis 2030 rund 2,7 Millionen Euro bereit. Die Stiftung Naturschutz übernimmt rund 420.000 Euro; die Stadt Treffurt und das Land Thüringen stellen die notwendigen Flächen für das Projekt zur Verfügung. Das Projektgebiet umfasst 27,5 Hektar der Werraauen auf einer Strecke von rund 10 Kilometern in der Gemeinde Treffurt.

Mehr Informationen zum Projekt “Blaues Band trifft Grünes Band” finden Sie hier.