Projektdetails

Flächenerwerb in den Naturschutzgebieten "Magerrasen bei Emstadt und Itzaue" und "Görsdorfer Heide", Landkreis Sonneberg


  • Antragsteller:  BUND Landesverband Thüringen e.V.
  • finanzieller Gesamtumfang:  108.560,26 EUR
  • Förderung durch die Stiftung Naturschutz Thüringen: 86.848,21 EUR
  • Projektzeitraum: 03/2006 bis 03/2008

Projektbeschreibung

Innerhalb der Naturschutzgebiete „Magerrasen bei Emstadt und Itzaue“ sowie „Görsdorfer Heide“ im Landkreis Sonneberg sollen mehrere naturschutzfachlich besonders wertvolle Flächen (insgesamt ca. 16,1 ha) aus Mitteln der Ausgleichsabgabe erworben werden. Es handelt sich um Naturschutzgebiete, die gleichzeitig als FFH- Gebiet gemeldet wurden und im Wesentlichen im ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen liegen. Die Grundstücke sind den Halbtrockenrasen. Ab Mitte der 90er Jahre wurden die Flächen nur noch sporadisch bewirtschaftet. Ein Teil wird seit 1995 unregelmäßig durch einen ortsansässigen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schafen und Ziegen beweidet. Der andere (größere) Teil konnte nicht beweidet werden, da die Grundeigentümer nicht zustimmten. Dadurch entstanden quasi „Sperrgrundstücke“, die eine durchgängige Beweidung des Gebietes unmöglich machten. In der Folge verbuschten große Flächen der wertvollen Halbtrockenrasen. Durch die Förderung der Stiftung kann diese Situation verändert werden, da sich dann nahezu alle Flächen des NSG „Magerrasen bei Emstadt und Itzaue“ in öffentlicher Hand bzw. in der Hand von Naturschutzverbänden befinden.Nach einer großflächigen Erstpflege sollen die Flächen zukünftig durchgängig beweidet werden können. Ein landwirtschaftlicher Betrieb hat hieran großes Interesse. Somit besteht die Hoffnung, dass Pflanzenarten der „Roten Liste“ wie das Sommer”“ Adonisröschen, die Küchenschelle oder der Ackerwachtelweizen ihre Bestände festigen und auch neue Bereiche wieder besiedeln können. Gleiches gilt für Vogelarten wie Braunkehlchen und Heidelerche oder Heuschrecken wie die Rotflügelige Schnarrschrecke oder die Fränkische Plumpschrecke.Ohne den Erwerb dieser Flächen würde das Gebiet langsam zuwachsen und damit seine Funktion als wertvoller Halbtrockenrasen verlieren. Mit der geplanten Beweidung durch ortsansässige Landwirte wird hier zugleich ein Beispiel gegeben, wie Landwirtschaft und Naturschutz im gegenseitigen Interesse beim Erhalt wertvolle Lebensräume miteinander kooperieren können.



Dieses Projekt gehört zum Hauptprojekt: "Erhalt des "Grünen Bandes""

Dem Erhalt des „Grünen Bandes“ - der naturschutzfachlich hochwertigen Flächen der früheren innerdeutschen Grenze - haben sich mehrere Naturschutzverbände verpflichtet. Ein Bereich, der deutschlandweit im Mittelpunkt des Interesses steht, ist der Grenzstreifen in den Thüringer Landkreisen Hildburghausen und Sonneberg. Seit dem Jahr 2000 wurden hier durch die Stiftung eine ganze Reihe von Projektförderungen realisiert. Rund 12,5 Hektar (ausschließlich Flächen, die den Verbänden von Privatpersonen angeboten wurden) konnten so erworben werden. Diese verteilen sich auf die unterschiedlichsten Lebensräume, von Halbtrockenrasen bis hin zu Röhrichtzonen. Entsprechend groß ist die Vielfalt der nachgewiesenen Tier- und Pflanzenarten. Für fast alle dieser Gebiete liegen inzwischen detaillierte Nutzungs- und Pflegekonzepte vor. In den meisten Fällen gelang es auch, die Flächen in das Bewirtschaftungsregime örtlich ansässiger Landwirte zu integrieren.


Projekte suchen


Suche einschränken nach...