Projektdetails

Förderung der Akzeptanz für ein Nationales Naturmonument "Grünes Band Thüringen"


  • Antragsteller:  BUND Landesverband Thüringen e.V.
  • finanzieller Gesamtumfang:  204.028,39 EUR
  • Förderung durch die Stiftung Naturschutz Thüringen: 14.792,05 EUR
  • Projektzeitraum: 03/2017 bis 06/2018

Projektbeschreibung

Das Grüne Band Thüringen soll Nationales Naturmonument werden. Dies haben die Regierungsparteien im aktuellen Koalitionsvertrag beschlossen. Eine Ausweisung als Nationales Naturmonument würde nach der Flächenübertragung bundeseigener Flächen an die Stiftung Naturschutz Thüringen die zweite zentrale Forderung des Naturschutzes erfüllen – nach einem flächenhaften Schutz für das gesamte Grüne Band Thüringen vom Harz bis ins Vogtland auf der gesamten Breite des ehemaligen Grenzstreifens von der früheren Landesgrenze bis zum Kolonnenweg (Fahrtrasse der Grenzsoldaten). Der Leitgedanke eines solchen Schutzgebietes ist der Erhalt und die Entwicklung eines durchgehenden Biotopverbundes und der Artenvielfalt. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass die Einrichtung neuer Schutzgebiete häufig auf Widerstände stößt, die sich gerade bei Großschutzgebieten mit Einrichtung meist auflösen. Da die wertvollen Offenlandbiotope gerade durch Pflege ihren Wert für viele seltene und gefährdete Arten behalten, bleibt das Grüne Band zudem an vielen Stellen für naturschutzverträgliche Nutzungen erhalten. Um Widerstände im Vorfeld zu vermeiden und Interessenkonflikte aufzulösen, hat der BUND eine Reihe von Maßnahmen geplant, die v.a. die Bevölkerung vor Ort für die Belange des Naturschutzes sensibilisieren und damit eine Ausweisung und ein naturschutzgerechtes Management ermöglichen sollen. Kernziel des Projektes ist es, den Menschen, die im Grünen Band leben, agieren und/oder Eigentum haben, vor Ort zu vermitteln, dass ihr Grünes Band etwas Besonderes ist, das schon viele Menschen aus dem In- und Ausland in Bann gezogen hat, was sich durch die Ausweisung noch verstärken wird. Es soll eine musikalisch untermalte Multivisionsshow (MVS) über das Grüne Band Thüringen, seine Landschaften, Tiere und Pflanzen und besonders seine Menschen und deren Geschichte(n) erstellt werden, und zwar auf der Basis der Wanderung, die der ehemalige Grenzflüchtling, Abenteurer und Reisefotograf Mario Goldstein 2016 unternommen hat. Die hochwertige Show besteht aus Film- und Fotosequenzen und wird von Mario Goldstein persönlich und authentisch vorgetragen Mit der Durchführung von sog. „Grüne-Band-Abenden“ in allen zehn Landkreisen inkl. der kreisfreien Stadt Eisenach am Grünen Band sollen die Menschen vor Ort an das Grüne Band gebunden werden. Bei diesen Abenden wird die Multivisionsshow präsentiert. Anschließend gibt es die Möglichkeit zum Gespräch mit Mario Goldstein, den Akteuren und Protagonisten aus Naturschutz, Geschichte und Landschaftspflege. Die Multivisionsshow startet in Erfurt, um auch die Entscheidungsträger der Schutzgebietsausweisung (Landtagsabgeordnete) zu erreichen. Ein Imagefilm von 2 Minuten soll Menschen in der Region, aber auch möglichen Touristen neugierig auf das Grüne Band machen. Dieser Imagefilm ist im Internet über die Seite www.gruenes-band-monumental.de, auf Youtube und Facebook zu sehen und wird in Grenzlandmuseen, Naturparkinfozentren, Kommunen und Landkreisen gezeigt. Vor Ort ist der BUND 2017 zudem bei zwei Großveranstaltungen am Grünen Band präsent: Der Osterspaziergang des MDR mit ca. 10.000 bis 15.000 Teilnehmer/innen hat am 16.4.2017 in Schalkau im Landkreis Sonneberg stattgefunden. Hier hat der BUND mit Info-Materialien für das Nationale Naturmonument Grünes Band Thüringen geworben, genauso wie es beim „Deutschen Wandertag“, der vom 22.7.-6.8.2017 rund um Eisenach stattfindet und voraussichtlich zwischen 30.000 und 50.000 Besucher hat, vorgesehen ist. Beide Veranstaltungen beinhalten Touren, die direkt ans Grüne Band führen. Mit einem Infomodul soll an geeigneten Orten (z.B. Grenzlandmuseen/ Naturparkinfozentren, bei Veranstaltungen in Kommunen oder Großveranstaltungen wie dem deutschen Wandertag 2017) über das Nationale Naturmonument Grünes Band Thüringen informiert werden. Der BUND wirbt Menschen aus unterschiedlichen Bereichen am Grünen Band Thüringen als Botschafter für das Grüne Band an. Social Media: Mit regelmäßigen attraktiven Beiträgen auf Facebook und Twitter (mind. wöchentlich, teils täglich) wirbt der BUND für eine große Fangemeinde für das Nationale Naturmonument und vernetzt sich auch international zum Thema „Grünes Band“. Dabei wecken schöne Bilder, kurze Informationen, interessante Geschichten und Veranstaltungshinweise auch anderer Akteure am Grünen Band das Interesse und binden die Menschen an das Grüne Band. Die bestehende Website www.gruenes-band-monumental.de soll ergänzt werden, um die Inhalte dieses Projektes zu präsentieren (Darstellung der Multivisionsshow etc.) Begleitet werden die Aktivitäten durch Öffentlichkeits- und Pressearbeit. Eine Ausweisung und Akzeptanz des Grünen Bandes Thüringen als Nationales Naturmonument würde nach langem Ringen einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt dieses längsten Biotopverbunds in Deutschland leisten.



Dieses Projekt gehört zum Hauptprojekt: "Erhalt des "Grünen Bandes""

Dem Erhalt des „Grünen Bandes“ - der naturschutzfachlich hochwertigen Flächen der früheren innerdeutschen Grenze - haben sich mehrere Naturschutzverbände verpflichtet. Ein Bereich, der deutschlandweit im Mittelpunkt des Interesses steht, ist der Grenzstreifen in den Thüringer Landkreisen Hildburghausen und Sonneberg. Seit dem Jahr 2000 wurden hier durch die Stiftung eine ganze Reihe von Projektförderungen realisiert. Rund 12,5 Hektar (ausschließlich Flächen, die den Verbänden von Privatpersonen angeboten wurden) konnten so erworben werden. Diese verteilen sich auf die unterschiedlichsten Lebensräume, von Halbtrockenrasen bis hin zu Röhrichtzonen. Entsprechend groß ist die Vielfalt der nachgewiesenen Tier- und Pflanzenarten. Für fast alle dieser Gebiete liegen inzwischen detaillierte Nutzungs- und Pflegekonzepte vor. In den meisten Fällen gelang es auch, die Flächen in das Bewirtschaftungsregime örtlich ansässiger Landwirte zu integrieren.


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