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Stiftung aktuell

Offenlandverbund für Tagfalter im Grünen Band bei Titschendorf

Auf den Flächen der Stiftung Naturschutz Thüringen im Grünen Band bei Titschendorf werden in diesem Winter Fällarbeiten umgesetzt. Die Freistellungsmaßnahmen erstrecken sich über eine Fläche von 1,6 ha, für die eine Umwandlungsgenehmigung durch das Forstamt vorliegt. Es handelt sich dabei um die Weiterführung einer Maßnahme, die bereits im Winter 2017/18 begonnen und witterungsbedingt abgebrochen wurde.

Insbesondere Fichten, die im Laufe der Jahre entlang des Kolonnenweges den Bereich der ehemaligen Grenze zuwachsen, werden mit Forstmaschinen entnommen und Teilflächen im Anschluss gemulcht. Die Flächen gehören zu den ca. 4.000 ha, die der Stiftung Naturschutz Thüringen als Naturerbeflächen ins Eigentum übertragen wurden. Damit verbunden ist der Auftrag, diese Flächen als länderübergreifenden Biotopverbund und als Mahnmal deutscher Geschichte zu erhalten und zu entwickeln.

Im Bereich Titschendorf stehen die noch erhaltenen, aber stark verinselten Wiesen und Heiden im Fokus der Stiftung. Bereits 2012 und 2015 wurden Freistellungen von Flächen durchgeführt, um den ehemals weitflächig offenen Charakter des Grünen Bandes wieder herzustellen. Hierdurch werden auch seltene und geschützte Biotope erhalten und entwickelt. Dank eines  Schäfers der für den Erhalt dieser kleinen Inseln der Artenvielfalt wieder einen Wanderschäferbetrieb aufbaut, kann nun auch die Wiedervernetzung der Teilflächen umgesetzt und deren Offenhaltung durch die Beweidung gesichert werden. Ein Tagfalterexperte hatte im Auftrag der Stiftung 2017 intensiv die flatternde und bunte Artengruppe auf den Flächen genauer unter die Lupe genommen: Er konnte beachtenswerte 45 Tagfalterarten feststellen. Das sind 38 % der aktuell in Thüringen vorkommenden Arten, die auf den hoch gelegenen und damit klimatisch für Tagfalter eher ungünstigen Standorten entdeckt werden konnten. Da diese große Vielfalt nur auf den größeren, offenen Wiesen und Heiden festgestellt werden konnte, ist es nun wesentliches Ziel, diese Flächen miteinander zu verbinden. Damit soll eine Ausbreitung der Falter auch zwischen den momentan vorhandenen Lebensräumen ermöglicht werden.

Auch wenn einzelnen Teilflächen kurz nach der Freistellung einen etwas unansehnlichen Anblick bieten, die Erfahrung zeigt, dass sich die Natur wieder schnell erholt. Wir sind gespannt, wie sich die Flächen schon im kommenden Frühjahr und Sommer entwickeln und wie die Tagfalter auf die dann freien Wanderrouten reagieren.

 

Die ersten Schafe & Ziegen vom Schäfer 2016 auf den verinselten Wiesen bei Titschendorf, Foto: Schmigalle/SNT