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30 Jahre Grenzöffnung – Mit dem Gebietsbetreuer am Grünen Band unterwegs

Am 9. November 2019 jährte sich der Tag der Grenzöffnung zum 30. Mal. Nach Jahrzehnten der Trennung war die Wiedervereinigung für die Menschen im Grenzgebiet eine besondere Freude, hatten sie doch unter der Abriegelung besonders zu leiden. Seit Ende 2018 steht dieses Grenzgebiet zwischen Landesgrenze und Kolonnenweg als Nationales Naturmonument „Grünes Band Thüringen“ unter Schutz.  

Zu einer Spurensuche von Relikten des Grenzregimes der ehemaligen innerdeutschen Grenze machten sich gut 70 Teilnehmer bei einer Wanderung unter dem Titel „30 Jahre geöffnete Grenze“ auf den Weg und wechselten dabei stetig zwischen Bayern und Thüringen.

Der Start der 16 km langen Tour war gleichzeitig der tiefste Punkt – direkt am Froschgrundsee in Bayern. Der Bau dieses Hochwasserrückhaltebeckens war damals  nicht ohne die Einbeziehung der DDR möglich, lag doch bei Vollstau 1/3 der Wasserfläche auf deren Gebiet. So erschien zur Eröffnung im September 1986 nicht nur der bayerische Ministerpräsident Strauß sondern auch der ständige Vertreter der DDR in der Bundesrepublik Moldt.

Ein weiteres Gemeinschaftsprojekt war die nach dem Zusatzprotokoll zum Grundlagenvertrag vom 21. Dezember 1972 eingesetzte Grenzkommission. Deren Aufgabe bestand darin, die „Markierung der zwischen beiden Staaten bestehenden Grenze“ zu überprüfen. Zahlreiche Grenzsteine aus hellem Granit sind deren bleibende Ergebnisse und markieren heute die Grenze zweier Freistaaten an der geschleiften Weihersmühle. Deren Ruinen sind von Gebüsch und Brennesseln überwuchert.

Nicht verfallen aber „Außer Betrieb“ ist der damals auf Sachsen-Coburger Gebiet gebaute Bahnhof Görsdorf der Werratalbahn. Weiter führt die Wanderung zu den Resten der Mauer um das Dörfchen Görsdorf. Sie war ein Teil der Grenze und wirdals Denkmal erhalten. Nicht nur in Berlin waren Ost und West durch eine Mauer getrennt. Es lohnt sich aber nicht nur die Reste der Grenzsicherungsanlagen zu entdecken, auch erstreckt sich heute entlang der ehemaligen Grenze ein Verbund vielfältiger Biotopstrukturen.  

Die SNT als Träger des Nationalen Naturmonuments "Grünes Band Thüringen" hat die Aufgabe diesen einzigartigen Biotopverbund langfristig zu erhalten, zu entwickeln und über das Denkmal der deutschen Teilung zu informieren. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, arbeiten entlang des NNM insgesamt acht Gebietsbetreuer, die u.a. mit Führungen, Vorträgen und weiteren Umweltbildungsangeboten aktiv über das NNM informieren. So auch bei dieser Wanderung, die einer der Gebietsbetreuer durchführte.

Für das  leibliche Wohl kümmerte sich der Bürgerverein Emstadt. Im Bürgerhaus Truckendorf bewirteten deren Mitglieder die Wanderfreunde unter anderem mit verschiedenen hausgebackenen Kuchen und Kaffee.

Die  letzten Kilometer führten auf dem unbefestigten Panoramaweg Schaumberger Land und dem Kolonnenweg zurück ins Itztal.