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Erfolgreicher GEO-Tag der Natur in Alperstedt - Ein Resümee

Artenvielfalt vor unserer Haustür – das können die Alperstedter nun definitiv von sich behaupten. Denn zum „Geo-Tag der Natur“ am 15. und 16. Juni trafen sich knapp 50 Artenexperten aus verschiedensten Fachbereichen und nahmen das Alperstedter Ried einmal genau unter die Lupe. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen:  
Über 1.000 Arten wurden erfasst. Einige mehr werden sicherlich in den nächsten Wochen durch die Nachbestimmung von entnommenen Proben hinzukommen, vor allem im Bereich der Insekten und Pilze.
Besonders viele Arten waren erwartungsgemäß aus dem Reich der Insekten und der Pflanzen anzutreffen: Über 400 Insektenarten wurden bisher schon bestimmt; und knapp 350 Pflanzenarten konnten gefunden werden. Eine kleine Sensation war der Fund einer speziellen Miniermotten-Art (Phytomyza angelicae), die sich ausschließlich von der ebenfalls im Alperstedter Ried beheimateten seltenen Sumpf-Engelwurz (Angelica palustris) ernährt. Von dieser fast unbekannten Miniermotte ist nach Angaben des Experten Dr. Müller in Deutschland und wahrscheinlich sogar weltweit nur ein einziger weiterer Nachweis bekannt. Erfreulich war auch die hohe Vogelvielfalt, 82 Arten konnten an diesem Wochenende im Gebiet gesehen oder gehört werden.

Aber nicht nur für die Artenexperten war die Veranstaltung eine spannende und erfolgreiche  Sache. Unter dem Motto: „Die Wilden Weiden im grünen Herzen Deutschlands“ lud die Stiftung Naturschutz Thüringen auch die interessierte Öffentlichkeit ein, um sich über die Formen und Akteure des Naturschutzes in Thüringen generell sowie speziell über die Aspekte von Beweidungsprojekten zu informieren. Ein buntes Rahmenprogramm sorgte dafür, dass für Groß und Klein, Alt und Jung etwas dabei war. So konnten sich Kinder im Papierschöpfen üben, Schafe streicheln oder selbst Schwalbennester bauen, währenddessen die Erwachsenen die Möglichkeit hatten, sich an verschiedenen Ständen von Vereinen und Verbänden zu informieren. In diversen Podiumsdiskussionen und Vorträgen konnten sie zudem Wissenswertes zu unterschiedlichsten Themen aus dem Bereich Naturschutz erfahren und mitdiskutieren.

In insgesamt 17 Führungen unter verschiedenen Themenaspekten erkundeten die Besucher mit den Artenexperten das Ried. Diese Angebote wurden sehr gut angenommen, fast alle Exkursionen waren ausgebucht. So konnten zum Beispiel am Freitagabend beim Lichtfang dutzende Nachtfalter beobachtet werden, die sich im Schein der Lampe sammelten. Bei zwei Vogelstimmenwanderungen wurde den Abendgesängen der Nachtigallen und Grasmücken gelauscht und bei einer Begehung mit dem hiesigen Jäger konnten die Besucher so einiges über die Pirsch erfahren.
Am Samstag gab es dann noch Führungen zu verschiedenen Themen der Botanik, zu Insekten und auch direkt zum Beweidungsprojekt Alperstedter Ried.
Um den Gästen den Weg ins das Alperstedter Ried zu erleichtern, wurde ein E-Busshuttle und eine Pferdekutsche eingesetzt, die zwischen Ortskern und Ried hin und her pendelten.

Am Samstagabend sorgte Christina Rommel als Genussbotschafterin mit ihrem Schokoladenkonzert für einen schönen Abschluss der Veranstaltung.

Insgesamt zeigte sich die Stiftung Naturschutz Thüringen sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Alperstedt ist wirklich etwas Besonderes und die Unterstützung aus dem Dorf und durch die landwirtschaftlichen Betriebe begeistert uns immer wieder von Neuem“, resümiert Beate Schrader vom Vorstand der Stiftung.