Nationales Naturmonument "Grünes Band Thüringen"

Aus der jahrzehntelangen leidvollen Trennung Deutschlands und Europas ist etwas Einzigartiges hervorgegangen – das Grüne Band. Dieser Biotopverbund ist nicht nur Deutschlands größter und wichtigster Lebensraumverbund, sondern zieht sich darüber hinaus als „European Green Belt“ durch insgesamt 24 europäische Länder. Paradoxerweise hat gerade der menschenfeindliche Grenzverlauf Lebensräume entstehen lassen, die sonst sehr selten geworden sind.

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) wurde im Jahr 2010 um die Schutzgebietskategorie „Nationales Naturmonument“ erweitert und hat so die Möglichkeit der Unterschutzstellung dieses einzigartigen Biotopverbundes mit seiner geschichtlichen Bedeutung geschaffen.

Der Freistaat Thüringen hat das „Grüne Band Thüringen“ im Dezember 2018 als Nationales Naturmonument unter Schutz gestellt. Auf einer Länge von 763 km – Thüringen hat mit Abstand den größten Anteil am Grünen Band Deutschland - wurde damit erstmals ein zusammenhängender Abschnitt des Grünen Bandes in Deutschland einheitlich geschützt.

Das „Grüne Band Thüringen“ ist das dritte und bisher flächenmäßig größte ausgewiesene Nationale Naturmonument in Deutschland. Die Abgrenzung erstreckt sich als durchgehendes Band von der Landesgrenze bis zum Kolonnenweg, der auch Bestandteil des Schutzgebietes ist. Insgesamt umfasst das Gebiet eine Fläche von etwa 6.500 ha.

Das Thüringer Grünes-Band-Gesetz (ThürGBG) regelt die Gleichrangigkeit von Erinnerungskultur und Naturschutz in diesem Schutzgebiet.

Neben Biotopverbund und Erinnerungslandschaft hat das Nationale Naturmonument auch für eine umweltschonende und naturnahe Erholung seine Funktion. Dabei steht nicht nur die Nutzung durch die örtliche Bevölkerung, sondern auch eine immer breitere überregionale touristische Bedeutung im Vordergrund. Mit einer gezielten Besucherlenkung ist die Vereinbarkeit mit dem Schutzzweck des ThürGBG zu gewährleisten.

Kontakt

Michael Giel
Teamleiter NNM
Michael Giel

Teamleiter Nationales Naturmonument "Grünes Band Thüringen"

Trägerschaft

Der Stiftung Naturschutz Thüringen, als größtem Flächeneigentümer - der Eigentumsanteil beträgt mehr als 44 % - und erfahrenem Akteur am Grünen Band in Thüringen, wurde die Trägerschaft für dieses Schutzgebiet übertragen. Sie ist somit zuständig für die Erhaltung und Entwicklung dieses Schutzgebietes. Um eine einheitliche Entwicklung im Sinne des Schutzzweckes zu gewährleisten, wird für das Nationale Naturmonument ein Pflege- Entwicklungs- und Informationsplan (PEIPL) erarbeitet.

Die mit der Trägerschaft verbunden Aufgaben hat das Team Nationales Naturmonument „Grünes Band Thüringen“ in der Stiftung Naturschutz Thüringen übernommen.

Drei MitarbeiterInnen in der Geschäftsstelle in Erfurt kümmern sich um die zentrale Organisation. Zu ihren Aufgaben gehören u.a.

  • die Koordinierung der GebietsbetreuerInne
  • die Erstellung eines Pflege-, Entwicklungs- und Informationsplans für das gesamte Schutzgebiet
  • sowie die Begleitung und Umsetzung von Projekten.

Das Nationale Naturmonument „Grünes Band Thüringen“ wurde in acht Teilabschnitte untergliedert, welche jeweils von einem GebietsbetreuerInnen mit Dienstsitz an einem Standort in der Region betreut werden. Ihr Aufgabenspektrum ist durch ihr Fachwissen und die regionalen Besonderheiten der einzelnen Abschnitte sehr vielfältig.

Zu ihren Aufgabenschwerpunkten gehören:

  • regelmäßige Kontrollgänge
  • Vorbereitung und Umsetzung von Landschaftspflege- und Artenschutzmaßnahmen
  • Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung
  • Mitwirkung bei der Erstellung des Pflege- Entwicklungs- und Informationsplans
  • Vermittlung im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und z.B. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus

Durch ihr umfangreiches Fachwissen, ihre regionale Präsenz und Vernetzung sind die GebietsbetreuerInnen wichtige Informationsmultiplikatoren für die Ziele und Chancen des Nationalen Naturmonuments. Sie stellen eine wichtige Schnittstelle zu den haupt- und ehrenamtlichen Akteuren, Eigentümern und Nutzungsberechtigen dar.

 

  • Foto: Joachim Köhler
  • Foto: Joachim Köhler
  • Foto: Joachim Köhler
  • Foto: Joachim Köhler
  • Foto: Joachim Köhler
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