Kooperation Naturpark Meisterei Thüringer Wald - Stiftung Naturschutz Thüringen im Grünen Band

Am 27. Mai 2021 trafen sich am Grenzturm-Museum in Eisfeld Mitarbeiter der Stiftung Naturschutz Thüringen und des Naturparks Thüringer Wald, um die Verantwortlichen der Kommunen aus Eisfeld, Schalkau und Lautertal über die beschlossene Kooperation und die sich daraus ergebenden Vorteile für die Region zu informieren.

R. Kirchner, Mitarbeiter des Natuparks Thüringer Wald und Denis Peisker, Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz Thüringen

Seit 2018 trägt die Stiftung Naturschutz Thüringen besondere Verantwortung für das Grüne Band. Mit der Entscheidung des Thüringer Landtages vom 9. November 2018, das Grüne Band Thüringen als Nationales Naturmonument unter Schutz zu stellen, wurden auch die Pflege der Flächen und die Entwicklung dieser neuen Schutzgebietskategorie geregelt. Zahlreiche in ihrem Bestand stark bedrohte oder seltene Tier- und Pflanzenarten haben im Schatten des Kalten Krieges ein bedeutendes Rückzugsgebiet im Grünen Band gefunden. Sie weiterhin zu bewahren und gleichzeitig die Region von diesen Naturschätzen profitieren zu lassen, war ein maßgebliches Anliegen bei der Verabschiedung des Gesetzes.

Schon gleich nach der Grenzöffnung konnten einzelne Abschnitte des Grünen Bandes als Naturschutzgebiete gesichert werden. Erst mit der Ausweisung des Grünen Bandes Thüringen als Nationales Naturmonument ist jedoch ein einheitlicher Schutz des gesamten Grünen Bandes Thüringen möglich geworden.

In Schutzgebieten sollen die Besucher möglichst auf den ausgewiesenen Wegen bleiben. Was, wenn es keine ausgewiesenen Wanderwege für die Besucher gibt? Ein Kooperationsvertrag zwischen der Naturpark Meisterei Thüringer Wald und der Stiftung Naturschutz Thüringen, u.a. zur Pflege von touristischer Infrastruktur im Nationalen Naturmonument „Grünes Band Thüringen“, soll einen wesentlichen Beitrag zur Besucherlenkung leisten und das Grüne Band erlebbar machen.

Ein erstes Pilotprojekt startet jetzt zwischen Eisfeld, Schalkau und Lautertal in der „Görsdorfer Heide“. Dort werden Beschilderungen und Pflege der vorhandenen touristischen Wege auf neuesten Stand gebracht. Das bedeutet, dass die Wegemarkierungen und Schilder nach der „Touristischen Wanderwegekonzeption Thüringen 2025“ erstellt und angebracht, Ruhebänke aufgestellt und die Wege sauber und freigehalten werden. Gleichzeitig werden die beiden vorhandenen Erholungswege zu kleineren, für Familien attraktiven Rundwegen, verbunden. Die Relikte der Grenzbefestigungen und Naturbesonderheiten werden jetzt von gut erkennbaren Startpunkten aus erschlossen. Das ist ein weiterer Schritt zur nachhaltigen Regionalentwicklung.

Bei diesem ersten Treffen am 27. Mai im Grünen Band sind neue Ideen entwickelt, Vorhaben aufgezeigt, erste Schritte besprochen und bereits Arbeiten festgelegt worden. Die Idee zur Kooperation zwischen dem Naturpark Thüringer Wald und der Stiftung Naturschutz Thüringen ist regional entstanden. Bereits seit einem Jahr arbeiten die Städte Eisfeld und Schalkau erfolgreich mit der Naturpark-Meisterei zusammen. Die touristische Infrastruktur der Mitgliedskommunen profitiert von der professionellen Arbeit des Stützpunktes Neuhaus am Rennweg. Dieses erfolgreiche Projekt wird nun auf das Nationale Naturmonument Grünes Band Thüringen im Landkreises Sonneberg, der Stadt Eisfeld im Landkreis Hildburghausen und der Stadt Gräfenthal im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ausgeweitet. Dazu hat der Stiftungsrat der Stiftung Naturschutz Thüringen mit dem Naturpark Thüringer Wald im April 2021 eine Kooperationsvereinbarung zur Stärkung des Nationale Naturmonument Grünes Band Thüringen abgeschlossen.

Die Bürgermeister der Städte Schalkau, Frau Ute Hopf, und Eisfeld, Herrn Sven Gregor sowie der bayerischen Gemeinde Lautertal, Karl Kolb, folgten der Einladung der Naturpark Meisterei Thüringer Wald und des Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz Thüringen, Denis Peisker, zu einer Arbeitsberatung am Grünen Band.

Das Treffen begann an einem Anlaufpunkt für Besucher des Grünen Bandes am Grenzturm-Museum in Eisfeld direkt an der Abfahrt der A73, Eisfeld Süd. Von dort wird auch der erste Rundwanderweg starten. Es entstehen für die Besucher des Nationalen Naturmonuments kleine Rundwege auf den vorhandenen Wanderwegen (Grenzwanderweg im LK SON und LK HBN, Panoramaweg Schaumberger Land). Gleichzeitig werden somit hervorragende Strukturen für die Umweltbildungsarbeit der Gebietsbetreuer der Stiftung Naturschutz Thüringen geschaffen, ein Mehrwert für die Gäste ihrer geführten Exkursionen.

Zudem wird die Naturpark-Meisterei bei den Freiwilligeneinsätzen, organisiert durch die Gebietsbetreuer der Stiftung Naturschutz Thüringen, mit Geräten und Personal Hilfestellung leisten.