08 Bienenragwurz

Ophrys apifera 

„Die Bienenragwurz profitiert vom wärmer werdenden Klima. Ihr Bestand hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Im ehemaligen Steinbruch Buchenberg bei Krölpa/Ranis wollen wir ihren Lebensraum nachhaltig durch naturnahe Beweidung erhalten und weiterentwickeln.“

  • Sind das Bienen oder Blumen? Die Bienenragwurz tarnt sich als Biene (Foto: M. Greiling)
  • Lebensraum für die Bienenragwurz bei Krölpa/Ranis (Foto: SNT)
  • Offene Felsen erinnern daran, dass hier einmal ein Steinbruch war (Foto: SNT)
  • Die Grundblätter der Bienenragwurz zeigen sich bereits im Winter (Foto: SNT)
  • Nahaufnahme der Blüte (Foto: SNT)
  • Nahaufnahme der Blüte (Foto: SNT)

Gruppe: Gefäßpflanzen

Familie: Orchideen

Aktivität: Blütezeit von Juni bis Juli

Unser Projektgebiet: Buchenberg bei Krölpa/Ranis (Saale-Orla-Kreis)

 

Wie sieht sie aus?

Eine Orchidee im Bienenpelz? Könnte man sagen, denn ihre Blütenlippe ist auffällig gelb-braun gemustert und ähnelt einer Wildbiene. Die drei Kelchblätter sind blass bis intensiv rosa gefärbt und stehen weit ab. Die Bienenragwurz „ragt“ 20 – 50 cm in die Höhe und trägt 3 bis 10 Blüten am Blütenstand, welche sich von Juni bis Juli öffnen. Damit blüht sie im Vergleich zu anderen Orchideen eher spät. Die Blätter der Bienenragwurz sind rosettenförmig angeordnet und glänzen silbrig.


Wo helfen wir ihr?

Im ehemaligen Steinbruch Buchenberg bei Krölpa/Ranis, heute als Naturschutzgebiet geschützt, wächst eine besonders große Population der Bienenragwurz – zusammen mit anderen seltenen Orchideen- und Flechtenarten.

Der Arbeitskreis Heimische Orchideen (AHO) hatte das Gebiet durch Förderung der Stiftung 2003 erworben und betreut die Fläche seither. Mittlerweile hat der AHO die Flächen der Stiftung übertragen. Damit die lichthungrigen, konkurrenzschwachen Arten wie die Bienenragwurz dort weiterhin wachsen können, entwickeln wir aktuell ein neues Pflege- und Nutzungskonzept. Geprüft wird eine naturnahe Beweidung im Verbund mit anderen Flächen in der Umgebung. 

Wo lebt sie?

Kalkreiche, nährstoffarme Trockenrasen zählen zu den bevorzugten Standorten der lichtliebenden Orchidee. Aber auch lichte Wälder, Steinbrüche oder Bergwerkshalden werden von ihr besiedelt. Die Bienenragwurz fühlt sich auf lockeren Böden wohl und bevorzugt ein mildes Klima. Sie profitiert von den wärmer werdenden Wintern. Sie ist nur in Nordeuropa vertreten.


Wusstest du?

Die einer Wildbiene ähnelnde Blüte der Bienenragwurz dient dem Anlocken von paarungswilligen männlichen Bestäubern. Nektar als Gegenleistung erhalten diese dabei allerdings nicht. 

Die Bienenragwurz vermehrt sich hauptsächlich über Selbstbestäubung. Da die Erfolgsquote jedoch nur bei 10 % der Population liegt, produziert eine einzelne Pflanze bis zu 10.000 Samen, um den Artbestand aufrecht zu erhalten. Das kann die Pflanze so stark schwächen, dass sie im nächsten Jahr keine Blüte ausbildet oder sogar eingeht.

Wie gefährdet ist sie?

Ursprünglich galt die Bienenragwurz in Thüringen als selten. Heute zählt der Freistaat zu einem der Verbreitungsschwerpunkte in Deutschland. Aufgrund positiver Bestandsentwicklungen wird sie heute sowohl auf der Roten Liste Deutschlands als auch Thüringens als ungefährdet eingestuft. 

Um ihren Bestand zu erhalten, sollte auf der Wiese spät gemäht werden, so dass die Bienenragwurz Samen ausbilden kann. Stickstoffeintrag und zu starke Verbuschung machen ihr zu schaffen, da sie dann schnell von konkurrenzstärkeren Arten überwachsen wird. 


Unser Tipp!

Mitglieder des AHO kümmern sich weiterhin um die Zählung der Orchideen und seltenen Arten auf dem Buchenberg. Zum Langen Tag der Natur bieten sie eine Führung an. Mehr dazu hier