24 Haarstrangwurzeleule
Gortyna borelii
“Die Haarstrangwurzeleule zeigt: Nur wer seltene Pflanzenarten schützt, erhält auch die Vielfalt besonderer Insekten”
Wie sieht sie aus?
Die Haarstrangwurzeleule ist ein für Eulenfalter fast schon "bunter" Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 40 bis 60 Millimetern. Ihre Vorderflügel sind von gelblich bis rotbraun gefärbt und besitzen drei markante, weißlich-gelbliche, rundliche und nierenförmige Flecken, unter Fachleuten auch Makel genannt, die typisch für Eulenfalter sind.
Die Hinterflügel sind beige bis hellgrau mit dunklen Adern. In Ruhepositionen erinnert die Form der Art, wie für Eulenfalter typisch, an ein gleichschenkliges Dreieck.
Wo helfen wir ihr?
Die Stiftung Naturschutz Thüringen schützt die Haarstrangwurzeleule (Gortyna borelii) durch den Erhalt und die Pflege ihres Lebensraums in Thüringen. Dabei wird besonders die Raupenfutterpflanze Echter Haarstrang (Peucedanum officinale) gefördert.
Schutzmaßnahmen umfassen die Pflege von Trockenrasen. Schwerpunktgebiet ist das Grabfeld, insbesondere die Schlechtsarter Schweiz.

Wo lebt sie?
Die Haarstrangwurzeleule lebt in Thüringen ausschließlich dort, wo ihre Raupennahrungspflanze, der Echte Haarstrang, vorkommt. Aktuell sind Vorkommen des Schmetterlings nur aus der Schlechtsarter Schweiz im Grabfeld (Landkreis Hildburghausen) bekannt. Der Echte Haarstrang wächst außerdem am Kyffhäuser sowie in Jena.
In Deutschland bevorzugt der Eulenfalter Flussniederungen auf extensiv genutzten Mähwiesen und Dämmen als Lebensraum, wo er hauptsächlich vorkommt. Seltener findet man ihn in sonnigen, trockenen Saumgesellschaften, Magerrasen und wärmebegünstigten Hängen.
Wusstest du?
Die Haarstrangwurzeleule (Gortyna borelii) ist ein nachtaktiver Falter, der von Ende August bis Oktober fliegt. Die Weibchen legen bis zu 200 Eier an vertrocknete Grashalme nahe der einzigen Raupennahrungspflanze, dem Echten Haarstrang (Peucedanum officinale). Die Raupen bohren sich im Frühling in die Pflanze und leben bis zur Verpuppung im Wurzelstock.
Das Vorkommen der heimlichen Art lässt sich über Kotaustragungen am Boden um den Stängel des Haarstrangs feststellen. Die Art ist aufgrund ihrer Spezialisierung und geringen Mobilität stark gefährdet und in Thüringen auf strukturreiche, sonnige Magerrasen angewiesen.

Wie gefährdet ist sie?
Die Haarstrangwurzeleule (Gortyna borelii) ist in Thüringen und deutschlandweit vom Aussterben bedroht (Rote Liste Kategorie 1). Sie zählt zu den am stärksten gefährdeten Schmetterlingsarten Europas. Die Hauptgefahr besteht im Verlust und der Gefährdung ihrer einzigen Raupennahrungspflanze, des Echten Haarstrangs (Peucedanum officinale), durch intensive Landwirtschaft und Nutzungsaufgabe. Aktuelle Vorkommen in Thüringen sind nur aus der Schlechtsarter Schweiz im Grabfeld bekannt.

Unser Tipp!
Wer sich für Schmetterlinge interessiert, kann beim Projekt Tagfalter-Monitoring Deutschland mitmachen. Thüringen sucht immer wieder neue Zählende, die sich für den Naturschutz engagieren möchten und an Schulungen teilnehmen, um Schmetterlinge zu bestimmen und zu zählen.
Alle, die sich fachlich noch intensiver mit dem Thema beschäftigen wollen, können an der 122. Tagung der Thüringer Entomologen teilnehmen.
Die Veranstaltung findet am 15. November 2025 an der FH Erfurt statt.













