17 Deutscher Alant
Inula germanica
„Eine einheimische, leuchtend gelbe Wildstaude, die Insekten lieben - perfekt für den Naturgarten zu Hause"
Wie sieht er aus?
Seine gelben Korbblüten-Köpfchen strahlen einem von Juli bis August schon von Weitem entgegen. Die 30–60 cm hohe, horstig wachsende Staude hat doldenartige Blütenstände mit mehreren Blütenköpfen.
Die Einzelblüte hat wenige, nach außen gebogene Zungenblüten und relativ große, halbkugelig angeordnete Röhrenblüten in der Mitte.
Die Blätter sind länglich-elliptisch, behaart und drüsig, ganzrandig oder fein gezähnt. Sie wächst oft in inselartigen Beständen, über denen es flattert und summt, denn zahlreiche Insekten nutzen sie.
Wo helfen wir ihm?
Von 2009 bis 2015 wurden Thüringens Steppenrasen in einem EU-geförderten LIFE-Projekt gezielt gefördert. Das Land kaufte dabei wertvolle Flächen, führte Pflegemaßnahmen und eine angepasste Lebensraumnutzung ein. Heute betreut die Stiftung Naturschutz Thüringen diese landeseigenen Naturschutzliegenschaften.
Viele dieser Gebiete verbinden mehrere Lebensraumtypen, wie z. B. die Fläche nördlich von Battgendorf im Landkreis Sömmerda. Dort trifft artenreicher Steppenrasen auf traditionelle Streuobstwiesen, die durch den Landschaftspflegeverband Mittelthüringen fachgerecht gepflegt werden.
Unser Wander-Tipp: Steppengebiete des Thüringer Beckens – Inseln der Vielfalt
Wo wächst er?
Die Inula germanica ist eine typische Pflanze des Lebensraumtyps Steppenrasen. Diese kommt großflächig in kontinentalem Osteuropa und Asien vor. In Deutschland kommen diese Steppenrasen nur noch auf Restflächen in den trocken-warmen Regionen vor, vor allem auf den Hängen und Hügelkuppen, wo Ackerbau nicht rentabel ist.
In Thüringen finden sich solche Steppenlebensräume im Thüringer Becken und im Kyffhäuser, auf den Keuperhügeln, den Muschelkalk-Höhenzügen und in den Zechstein-Gipslandschaften.
Damit diese inselartigen Überreste der Steppen nicht zuwachsen, sind sie auf eine regelmäßige Beweidung angewiesen, da frei lebende Wildtierherden weitgehend fehlen.
Wusstest du?
Wer sich einen Eindruck davon verschaffen möchte, wie ein Lebensraumtyp aussieht und welche Arten ihn prägen, kann sich auf folgender Website die dazugehörigen 360-Grad-Panoramen ansehen. Das echte Naturerlebnis kann das natürlich nicht ersetzen!
https://www.natura2000manager.de/
Wie gefährdet ist er?
Der Deutsche Alant steht auf der Roten Liste Deutschlands in Gefährdungsstufe 3. Das heißt, sein Bestand ist gefährdet.
Er ist außerdem eine Leitart des europaweit geschützten Lebensraumtyps 6240 – Subpannonische Steppenrasen.
Diese artenreichen Trockenrasen sind durch fehlende Beweidung, Verbuschung oder zu intensive Nutzung bedroht.
Unser Tipp!
Auch im eigenen Garten lässt sich die Insektenvielfalt fördern, zum Beispiel durch die Auswahl heimischer Pflanzen.
Bei der Orientierung und Planung hilft z.B. die Natura DB oder der Naturgarten e.V.
Im Naturlehr- und Schaugarten der Stiftung Naturschutz Thüringen findet man Inspirationen, wie so ein Naturgarten aussehen kann. Dieser befindet sich auf dem Gelände des egaparks Erfurt oberhalb des Liliengartens. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem egapark Erfurt und dem Naturgarten e.V. umgesetzt und durch Lotto-Mittel finanziert.













